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Autor Thema: Fingergelenke der Zughand trainieren  (Gelesen 955 mal)
aurelium
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« am: September 13, 2017, 00:06:33 »

Meine Fingergelenke ziehen beim Training nicht so schnell mit, wie der restliche Körper. Ich kann bei 30# im vollen Auszug gemütlich auf die Uhr sehen und Smalltalk machen, ohne dass irgendwas anstrengend oder unangenehm wird. Schieß' ich heut' nicht schieß ich morgen.

Aber nach etwa 100 Schüssen non-stop werden die Zugfinger heiß und es fühlt sich matschig u. leicht schmerzhaft in den Fingergelenken an (schieße 3-under mit Handschuh, aber mit Tab kommt der Punkt auch irgendwann). Ich gehe dann in Vermeidungshaltungen mit den Fingern, was mir den Ablass versaut (oder teilweise auch neue Entdeckungen bringt). Dann mache ich Pause und fasse am liebsten eiskalte Geländer oder Flaschen an um abzukühlen. Hab bisher immer rechtzeitig Schluss gemacht und zwei Tage Pause eingelegt, also noch keine Probleme.

Kann das gefährlich werden, oder wird das besser mit der Zeit?

Macht es Sinn die Finger mit solchen "Fingertrainern" zu trainieren, oder sind es eher die Sehnen?
« Letzte Änderung: September 13, 2017, 09:02:38 von aurelium » Gespeichert

Absinth
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Ist der von Rinehart? Nee, von Steiff!


« Antworten #1 am: September 13, 2017, 00:27:27 »


...
Kann das gefährlich werden, oder wird das besser mit der Zeit?
...

Ja, es wird gefährlich werden! Aus meiner Sicht ist es nicht gut, wenn du stets erst bis zur Schmerzgrenze deines Körpers gehst und erst dann aufhörst zu schiessen und, du bereits schmerzlindernde Dinge tust/tuen musst! Hier solltest du deinen dir zur Verfügung stehenden Verstand benutzen und wesentlich eher Schluss machen. Und ja, es wird mit der Zeit besser aber auch dies muss bzw. will antrainiert werden.

Wie dick ist denn das Leder von deinem Schiesshandschuh?


Gut's Nächtle,
Absinth



Nachtrag:

Hier - http://www.archers-campfire.de/index.php?topic=11248.0 - noch etwas Bettlektüre aus der hiesigen ForumsBibliothek. Einiges darin - tangiert bestimmt auch dein hiesiges Thema.!?
« Letzte Änderung: September 13, 2017, 01:42:12 von Absinth » Gespeichert

Wes Bogen ich schiess, des Lied ich sing.

nihil sine deo

carpe noctem
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« Antworten #2 am: September 13, 2017, 06:09:36 »

Wie Absinth schon bemerkte kann das mit der dicke des Leder und deren Schutzwirkung zu tun haben.
Was für ein Tab bzw Handschuh benutzt du denn?
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roscho
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« Antworten #3 am: September 13, 2017, 06:18:35 »

Zum Schadenspotential hat Absinth schon alles gesagt !
Zur  Ursachenforschung hätte ich gerne 3 Bilder
A) die blanken Finger mit einem Kreis WO es schmerzt
B) die Finger im Handschuh (mit Handschuhtyp)
C) deine Finger an der Sehne in der Zughaltung

Sonst ist es mir zu viel Kaffeesatz ..
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aurelium
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« Antworten #4 am: September 13, 2017, 08:58:46 »

Danke. Hab's schon befürchtet. Noch ist alles im grünen Bereich. Habe mir einen Handzähler besorgt, damit ich erstmal nach 60 oder so Pfeilen Pause machen kann (oder die Seite wechseln). Es ist halt echt schwer aufzuhören, wenn es so viel Spass macht.

Zu A: Der Schmerz ist ein wundes Überlastungsgefühl durch Druck, genau im ersten Mittelfingergelenk. Der Hand gehts in Ruhe und bei normalen Bewegungen aber gut. Kann den Finger ganz normal belasten/krümmen, sofern nicht die Stelle gedrückt wird. Nach ein oder zwei Tagen Pause ist es wieder gut.

Zu C: Meine Zughand hängt am Handgelenk, Handrücken nach innen gewölbt (konkav). Die Sehne liegt im ersten Gelenk des Mittelfingers, beim Zeigefinger in der Mitte des ersten Fingerglieds, am Ringfinger etwas vor dem Gelenk. Nach einer Weile meldet sich ein wundes Druckgefühl im MF Gelenk als Schwachpunkt. Dann versuche ich den MF zu entlasten, indem ich die Sehne weiter vorne anlege, oder die Last mehr auf die anderen Finger verteile ... eigentlich wäre das ein gutes Signal für den Tag aufzuhören.

Zu B: Der Handschuh ist Ziegenleder mit Verstärkungen auf den Kuppen. Einfaches Teil für 14 Euro. Das Tab ist ein Decut Rugbii mit wirklich dickem Leder. Mit dem halten die Finger etwas länger durch.

Bin von Tab mediterran auf Handschuh 3under gewechselt, weil die Pfeile plötzlich super gruppierten, auch auf größere Entfernung. Man hat wirklich mehr Gefühl beim Ablass. Für 3under mit Tab fehlt mir noch ein passender Tab (Idee?)

Ich bin Rechtshänder, schieße aber primär LH. Meine rechte Zughand ist robuster und wird lediglich müde mit der Zeit. Ich habe daher die Hoffnung, dass sich durch Bildung von Muskeln auch im linken Finger ein "Polster" bildet, welches beim Greifen der Sehne den Druck vom Gelenk nimmt. Die Sehne liegt dann auf den durch Greifen komprimierten Muskeln und nicht mehr auf den Bändern, ist das richtig?

Daher meine Frage nach gezieltem Training der Finger, am besten nebenbei. Was haltet ihr von diesen Dingern:

https://www.amazon.de/Pro-Hands-Fingertrainer-Gripmaster-medium
https://www.amazon.de/Original-ENO®-Fingertrainer-Fingerhantel-Handmuskeltraining
« Letzte Änderung: September 13, 2017, 09:02:06 von aurelium » Gespeichert

cweg
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« Antworten #5 am: September 13, 2017, 13:50:00 »

Such mal bei Youtube nach Deep Hook, da siehst du wie man richtig und entspannt die Sehne einhakt. Gute 3Under Tabs gibt es von Spigarelli (Amico), A&F Barebow oder VLBB, die Amis stehen neuerdings auf Yost. Meine Lieblingserklärung für Anfänger ist, dass sie als Rechtshand, im Auto als Beifahrer sitzend, die Finger in den Haltegriff über der Tür, im ersten Fingergelenk einhaken und einfach mal den Arm locker hängen lassen sollen. Das entspricht der entspannten Unterharm/ Handhaltung beim Sehneziehen und du wirst merken, dass es dafür gar keine großartigen Muskeln braucht. Hast du die Sehne auf(!) dem ersten Fingerglied, musst du die Muskeln anspannen, damit sich die Sehne nicht aus deiner Hand zieht.
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roscho
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« Antworten #6 am: September 13, 2017, 14:04:14 »

Bilder bitte ... ein Bild sagt mehr als tausend Worte ..

In dem Posts von Absinths Link halfen auch erst die Bilder wirklich weiter  Wink
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cweg
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« Antworten #7 am: September 13, 2017, 20:15:19 »

Ich selber hab da kein Bild. In etwa so, aber eben nur mit 3 Fingern und im ersten Gelenk einhaken, dann den Arm schön aushängen lassen, so bekomme ich ein gutes Gefühl für den richtigen Haken in die Sehne. Durch Verschieben des Ellenbogens in Richtung vorne/ hinten, bekommt man auch ein gutes Gefühl für die Zuggewichtsverteilung auf den einzelnen Fingern, Thema "Ellbogen runter"--> Entlastung Ringfinger, sauberes Lösen.




P.s. Ich fahre Fahrgemeinschaft zur Arbeit, da habe ich immer viel Zeit für komische Ideen. Nach Mercedes, hat VW/Skoda die besten Griffe, Fiat ist nicht so gut Cheesy
« Letzte Änderung: September 13, 2017, 20:21:50 von cweg » Gespeichert

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Phil
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« Antworten #8 am: September 13, 2017, 21:31:24 »

Ich habe daher die Hoffnung, dass sich durch Bildung von Muskeln auch im linken Finger ein "Polster" bildet, welches beim Greifen der Sehne den Druck vom Gelenk nimmt. Die Sehne liegt dann auf den durch Greifen komprimierten Muskeln und nicht mehr auf den Bändern, ist das richtig?

Nein. In den Fingern selbst gibt es keine Muskulatur mehr, die Muskulatur selbst reicht nur bis in die Mittelhand. In den Fingern finden sich recht komplexe Gefüge aus Bandstrukturen, Sehnen und Gelenkkapseln sowie Bindegewebe, Nerven und Gefäße etc. Mit Training wird der Kapsel-Band-Apparat gestärkt und auch das Bindgewebe kann sich veränderten Reizen anpassen.. und Hornhaut kennt hier wohl jeder.

Ich schließe mich meinen Vorrednern an. Nicht bis an die Schmerzgrenze heran trainieren, dann dankt es Dir Dein Körper. Fällt mir aber auch manchmal schwer ;-)

CU, Phil
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aurelium
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« Antworten #9 am: September 13, 2017, 21:46:41 »

Danke für die Links zum Deep Hook und den Tabs. Werde ich ausprobieren.

Zitat
Mit Training wird der Kapsel-Band-Apparat gestärkt und auch das Bindgewebe kann sich veränderten Reizen anpassen

Danke. Das wusste ich nicht. Dauert wahrscheinlich länger als Muskeltraining. Gut dass ich es mit meinen neuen limbs nicht übertrieben habe. Ich lasse mir lieber Zeit.

Foto geht im Moment leider nicht, weil ich gerade keinen Bogen vollständig habe und wohl auch einen Helfer dazu brauche. Man kann die Sehne nämlich noch so wunderschön greifen, im vollen Auszug sieht der Griff dann höchstwahrscheinlich anders aus. Das würde ich bei den Kräften und der Anatomie jedenfalls nicht anders erwarten.

Da ich mit Untergriff im Gesicht ankere (Zeigefinger im Mundwinkel), liegen die Finger, wie Roscho in dem anderen Thread anmerkte, nicht mehr steil an der Sehne, sondern eher senkrecht zu ihr. Das macht es etwas schwieriger die Last quer über das Gelenk zu verteilen. Vielleicht probiere ich alternativ mal einen Kinnanker.

Hab schon überlegt einfach je einen Streifen Leder von einem alten Tab abzuscheiden und in die Finger des Handschuhs rein zu legen.

Ich glaube meiner linken Hand fehlt einfach noch ausreichend Kraft im "Kapsel-Band-Apparat". Neben der für mich richtigen Technik braucht es halt auch eine körperliche Basis, an der ich noch arbeiten muss.

Wassereimer schleppen ist dafür wohl eher geeignet, als im Auto sitzen ;-)

Eurem Schweigen entnehme ich, dass ihr von diesen Gripmastern usw. nicht viel haltet?
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trasher
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« Antworten #10 am: September 13, 2017, 22:20:05 »

Ich habe den Pro Hands nach einem Handgelenkbruch benutzt um meine Hand und Unterarm zu trainieren und zu kräftigen mit sehr gutem Erfolg.
Allerdings war es die Bogenhand und nicht die Zughand.
 
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roscho
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« Antworten #11 am: September 14, 2017, 08:20:55 »

Die Fingertrainer an sich sind klasse, im Kletterbedarf gibst da auch noch eine große Auswahl dazu

https://www.kletterbude.de/trainingboards/power-putty-knete-zum-fingertraining-austri-alpin/a-94696/

ABER da die Fingermuskeln wie schon beschrieben im UNTERARM sitzen bringt dir das ganze zum Bogenschiessen rein gar nix.

Zitat
Danke. Das wusste ich nicht. Dauert wahrscheinlich länger als Muskeltraining. Gut dass ich es mit meinen neuen limbs nicht übertrieben habe. Ich lasse mir lieber Zeit.


Das ist genau das vor dem alle "älteren" Schützen hier im Forum Anfänger warnen - Sehnen und Gelenke !

Diese Belastung muss GANZ langsam gesteigert werden - und bei einer so punktuellen Belastung ist eine Überprüfung (am besten durch einen Trainer etc) wirklich wichtig - eine ungünstige oder falsche Belastung kann ganz schnell zu Schäden führen !


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Gibbs
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« Antworten #12 am: September 14, 2017, 12:41:34 »

Nicht nur alte Schützen, sondern auch alte Kletterer warnen die Anfänger vor zu schneller und hoher Belastung der Finger.

Die ganzen Bälle, Knete und Gripmaster sind gut zum Aufwärmen, oder für die Reha.

Um Fingerkraft aufzubauen, und parallel eine Anpassung der Sehnen und Gelenke (unendlich viel langsamer) zu erreichen,
muss man mit gestreckten Fingern hängen.

Dafür gibt es Trainingsboards

https://www.bergfreunde.de/metolius-project-trainingsboard/

oder man schraubt sich eine Holzleiste, in der Breite des ersten Fingerglieds, über den Türrahmen.

Ciao Steff
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« Antworten #13 am: September 14, 2017, 12:48:13 »

Wer es etwas mehr bogenspezifisch mag, findet hier in Mark Stretton's Blog, sein Trainingsprogamm für den Guinessrekord.

Auch für die Finger

http://markstretton.blogspot.de/2014/09/the-training-programme-for-guinness.html
« Letzte Änderung: September 14, 2017, 13:26:07 von Gibbs » Gespeichert

aurelium
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« Antworten #14 am: September 14, 2017, 13:25:00 »

Zitat
ABER da die Fingermuskeln wie schon beschrieben im UNTERARM sitzen bringt dir das ganze zum Bogenschiessen rein gar nix.

Zumindest sorgt es für gute Durchblutung und Versorgung der Gewebe. Das kann nicht schaden. So eine Knete nebenbei durchzuwalgen, dass könnte mir gefallen! Baut auch gleich Stress bei der Arbeit ab. Der Tipp bei den Kletterern zu schauen ist klasse, danke.

Also, für 200# wollte ich nicht unbedingt trainieren ;-) Für die kommenden 12 Monate werden mir 36# auf den Fingern reichen. Vielleicht ist das auch schon mein Wunschgewicht. Das werden top limbs sein, mit denen es auch mit weniger Wums viel Spass machen wird (hoffe ich). Sollten 6# Steigerung ggü. jetzt zu viel sein, kaufe ich mir vorher noch ein paar gebrauchte limbs zum trainieren.
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